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Ortsgemeinde Himmighofen

Geschichte

Herzlich willkommen auf der Homepage zur Ortsgemeinde Himmighofen im Rhein-Lahn-Kreis

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            1250 - 2017, 767 Jahre Ortsgemeinde Himmighofen. Die Gemeinde Himmighofen feierte im Jahr 2000 gebührend ihr 750 jähriges Bestehen.

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Geschichte und viele Informationen zur Gemeinde Himmighofen

Himmighofen ist eine Ortsgemeinde im Rhein-Lahn-Kreis in Rheinland-Pfalz. Sie gehört der Verbandsgemeinde Nastätten an.

Geographie
Himmighofen, ein Dorf auf den Höhen des Taunus, eingebettet zwischen Lahn und Rhein, ist eine Gemeinde mit ca 320 Einwohner. Die Fläche des Ortes beträgt 503 ha. Eine der Haupteinnahmequelle des Ortes ist der Wald. Himmighofen hat eine eigene Forstverwaltung, von hier aus werden noch acht Nachbargemeinden wie Gemmerich, Eschbach, Winterwerb, Hainau, Kasdorf, Niederbachheim, Oberbachheim, Ehr und Kehlbach mitbetreut.

Geschichte
Die Gemeinde Himmighofen gehörte im Jahr 1939 mit insgesamt 64 Gemeinden zum Landkreis St. Goarshausen und zählte damals 308 Einwohner. Am 08.06.1969 wurde der Unterlahnkreis und der Kreis St. Goarshausen (Loreleykreis) zum Rhein-Lahn-Kreis mit der Kreisstadt Bad Ems vereinigt. Die Taunusgemeinde Himmighofen befindet sich im wunderschönen und reizvollen Rhein-Lahn-Kreis. Mit insgesamt 32 Gemeinden gehört Himmighofen seit 1972 als Ortsgemeinde zur Verbandsgemeinde Nastätten. Von da an übernahm die Gemeinde Himmighofen Reihe von neuen Aufgaben in der Verbandsgemeinde, darunter Bau und Unterhaltung der Schulen, Brandschutz, Wasserversorgung, Abwasserbeseitigung. An der Spitze der Ortsgemeinde steht seitdem ein Ortsbürgermeister. Im Jahr 2000 feierte die Gemeinde Himmighofen ihr 750-jähriges Bestehen.

Gemeinderat
Der Gemeinderat in Himmighofen besteht aus acht Ratsmitgliedern, die bei der Kommunalwahl am 7. Juni 2009 in einer Mehrheitswahl gewählt wurden, und dem ehrenamtlichen Ortsbürgermeister als Vorsitzenden
Der Ort Himmighofen früher
Das Dorf Himmighofen war ,,vierherrisch‘, deren Herren zur Hälfte die Grafen von Katzenelnbogen waren. Die Ortsgemeinde Himmighofen war zum ersten Mal im Teilungsvertrag der Grafen von Katzenelnbogen erwähnt, der im Hessischen Staatsarchiv Marburg als Bestandteil des sogenannten Hessischen Samtarchives überliefert ist und den M. Sponheimer in seiner Landesgeschichte der Niedergrafschaft Katzenelnbogen 1932, Seite 257 bis 262, veröffentlicht hat.
Im Vertrag kommt Himmighofen an drei Stellen, in der Schreibweise Himmingoben, Himmingobin und Himmengoven vor.  Der Vertrag ist nicht datiert. Nach Sponheimers Einschätzung soll er zwischen 1250 und 1260 geschlossen worden sein.

Himmighofen gehörte in der Niedergrafschaft zum Amt Reichenberg und erlebte in den nächsten Jahrhunderten den häufigen Besitzerwechsel der Niedergrafschaft mit. So kommt die Niedergratschaft durch Heirat 1479 in den Besitz von Hessen. Als 1567 Landgraf Philipp, Herrscher von ganz Hessen stirbt, wird Hessen an seine 4 Söhne aufgeteilt.

Die ehemalige Niedergrafschaft fiel an Hessen-Rheinfels. 1583 übernimmt Wilhelm von Kassel die Niedergrafschaft Rheinfels. 1648 wurde dessen Nebenlinie Hessen-Rotenburg mit ihr ausgestattet.

Auf Betreiben Napoleons wurden während der französischen Besatzungszeit, die vielen kleinen Territorialherrschaften im Taunus und Westerwald zum Herzogtum Nassau vereint. Nach dem verlorenen Krieg 1866 gegen Preußen und der gewaltigen Schlacht bei Zorn, kam das Herzogtum Nassau zu Preußen und wurde Regierungsbezirk Wiesbaden.
Nach dem Ende des II. Weltkrieges wurden die vier rechtsrheinischen Kreise mit dem Hunsrück, der Eifel, Rheinhessen und der Pfalz zum Land Rheinland-Pfalz zusammengeführt. Bei der Verwaltungsreform 1972 wurden die Kreise Unterlahn und der Loreleykreis, so nannte sich der Kreis St.Goarshausen zusammengelegt.

Wir wenden uns nun jüngere Zeiten ab 1800 zu. Wir lesen von Hungersnöten 1816/17, 1829, und 1853/54, die viele Bewohner des Dorfes veranlassten nach Nordamerika auszuwandern um dort ihr Glück zu suchen. Wir wissen wenn Gewehre für die Bürgerwehr angeschafft werden mussten, wie viel Pulver und Blei verbraucht was für den Nachtwächter bezahlt wurde und wie viel für den Feldschütz an Besoldung anfiel. Die Armenkasse musste öfters an Geldmitteln aufgestockt werden, da es für die wirklich armen und kranken Leute nicht ausreichte. Wir können nachlesen wie junge Paare die heiraten wollten, bei ihrer Gemeinde einen Antrag stellen und nachweisen mussten, dass sie für ihre Nahrung aufkommen konnten. Wollte ein junger Mann oder eine junge Frau außer Landes heiraten, musste zuerst eine Befreiung aus der Leibeigenschaft beim Landesherrn beantragt werden. Die Befreiung erfolgte nur gegen eine Gebühr.
Himmighofen von 1900 bis zum Jahr 2000.

Die Landwirtschaft von der alle Bewohner des Dorfes lebten, hat sich in den ersten 50 Jahren des Jahrhunderts nicht wesentlich verändert. Anstatt mit Sichel und Sense, wird mit der Mähmaschine und dem Selbstbinder das Getreide geerntet. Dreschflegel und Windmühle haben ausgedient. Dafür gibt es die Dreschmaschine. Auch die Betriebsgrößen sind fast unverändert. Großbauern gibt es nicht mehr.

Bei der Viehzählung 1953 gab es 51 tierhaltende Betriebe, an Rindvieh wurden 394, davon 127 Kühe gezählt. 36 Arbeitspferde, 85 Schafe, 653 Schweine, 1250 Hühner, 4 Ziegen, 12 Enten, 3 Gänse, und 12 Bienenstöcke, wurden gehalten. Mit dem Wandel der Zeit ist  Himmighofen ist kein Bauerndorf mehr. Noch zu Beginn der 60er Jahre gab es in Himmighofen nur 3 Telefonanschlüsse. Heute ist    zumindest ein Telefonanschluss an jedem Haus und der Internetanschluss nach Bedarf nicht mehr wegzudenken.

Noch zu Beginn der 60er Jahre gab es in Himmighofen nur wenige Telefonanschlüsse. Heute ist    zumindest ein Telefonanschluss an jedem Haus und der Internetanschluss nach Bedarf nicht mehr wegzudenken. Seit 2001 wird die Gemeinde Himmighofen von privater Hand über das Internet weltweit präsentiert
Wie kamen Ortsnamen als Nachname zustande ?
Viele Menschen auf der ganzen Welt haben Ortsnamen als Nachname. Wo hat deren Nachname ihren Ursprung? Natürlich rührt dieser Nachname vom  Ortsname her.
Wie man früher zum Ortsnamen als Familiennamen kam, ist schnell erklärt: Im Mittelalter gab es bezüglich der Namensgebung ziemlich enge Vorschriften. Zunächst hatten alle (später alle„gewöhnlichen“) Leute nur Vornamen. Um sie auseinander halten zu können, gab man ihnen auch noch einen zweiten oder dritten Vornahmen. In der manchen Gegenden war das streng geregelt, weil die weiteren Vornamen sich am Namen des Vaters oder Großvaters orientieren mussten. In anderen (katholischen) Gegenden kam hinzu, dass nur die Namen von Heiligen verwendet werden durften (So entstand auch das Namenstag-Feiern). Da kann man sich vorstellen, dass die Vornamen schnell aufgebraucht waren und bei vielen Leuten oder bei kinderreichen Generationen kaum noch zur Unterscheidung helfen konnten. Also wurden „Nachnamen erfunden“. Es gibt heute kaum eine ältere deutsche Stadt, deren Namen es nicht auch als Familiennamen gäbe. (Unter Juden besonders häufig…) Mir fallen spontan bekannte Leute ein, die mit Nachnamen Berlin oder Colonius (Köln) oder Trier oder Bonn oder Bamberger heißen. Die Namen kleiner Städte und Dörfer verbreiteten sich oft über die Familiennamen einer einflussreichen Familie, die irgendwann Geschichte machte (z.B. Nassau, die Grafen von Schönborn, Dietz, Minister Lahnstein). Ganz häufig - und nicht nur unter Künstlern und in der Zeit der Zünfte - war als Familienname das Anhängsel des Berufes. Ein Blick ins Telefonbuch zeigt`s: Becker, Schmidt, Färber, Müller, Meier Schulz/Scholz (Abkürzung für Schultheiß), Schreiber, Schneider, Wagner, Küfer/Kiefer, Leyendecker, Weingärtner, Pastor, Schäfer und tausend andere mehr.
Einige Namen, vor allem von diesen Berufsnamen, wurden freiwillig ins Lateinische übersetzt, weil das als schick und vornehm galt oder man hat zumindest so getan: Wer Stadtschreiber war, hat “gekrickelt“ und „gekrackelt“. So ist der Name „Krekel“ entstanden. Und damit der Name Lateinisch aussieht, hat man „Crecelius“ daraus gemacht..Wer Fischer hieß, übersetzte es in „Piscator“, wer Maler war, nannte sich „Faber“. Es gibt viele weiter Beispiele für Namensentstehungen. Kuriose Namen wurden manchmal von einer bös meinenden Obrigkeit verordnet, z.B. an Juden oder Leibeigene, die sich dann nicht dagegen wehren konnten. Andere Namen unterlagen den Einflüssen und Veränderungen durch Dialekte oder Angleichungen an andere Sprachen. Die freiwillige Hinzunahme eines Ortsnamens an den Vorname entstand also freiwillig, um Verwechselungen (vor allem in Urkunden und Kaufverträgen) auszuschließen, oder ein „Steuerbeamter“ hat den Ortsnamen einfach hinzugefügt, um bei den Abgaben Verwechslungen zu vermeiden.
Bestimmte Lautverschiebungen sind absolut häufig. H und b werden öfter verwechselt, wobei gerade hier aber durchaus auch Lese- und Schreibfehler zugrunde liegen können. Bis zur Vereinheitlichung der Rechtschreibung, die bei uns erst mit der Gesetzgebung des Herzogthums Nassau am Beginn des 19. Jahrhunderts kam, war die Rechtschreibung dem Schreiber freigestellt. So kommt es häufig vor, dass der Ortsname in einem und demselben Schriftstück dreimal anders geschrieben wurde. Das hat also nichts zu sagen
Der dreissigjährige Krieg (1618-1648)
Wenn man vom 30jährigen Krieg spricht, denkt man meist an einen Krieg, der sich über drei Jahrzente hinzog. Doch das ist ein Irrtum, denn der Zeitraum vom 23. Mai 1618 bis zum 24. Oktober 1648 war von mindestens 13 Kriegen und 10 Friedensschlüssen bestimmt. Während es sich bei vorrangegangenen Kriegen meist um einzelne Schlachten handelte, die wenig Einfluß auf die Zivilbevölkerung nahmen, änderte der 30jährige Krieg das Bild des „klassischen" Krieges grundlegend.Auch handelt es sich beim 30jährigen Krieg nicht um eine rein deutsche „Angelegenheit", sondern viel mehr um einen innnereuropäischen Konflikt auf deutschem Boden. Schweden, Franzosen, Spanier, Niederländer und nicht zuletzt auch Deutsche tummelten sich auf den zahlreichen Schlachtfeldern. Die Ziele waren eindeutig, doch vermochten finanzielle Aspekte meist mehr Überzeugungskraft zu vermitteln als Glaube, Konfession, Religion. Deutsche schlugen Deutsche, Freunde töteten Freunde, Verwande plünderten Verwande, Söhne betrugen Väter und immer war es die Religion die als Vorwand vor territoriale Ansprüche, Macht- Geldgier, Rachsucht oder einfach Hunger gestellt wurde. So weitete sich der Krieg schnell von den Schlachtfeldern auf die Städte, Dörfer und Gemeinden aus, und führte letztendlich zu einem allgemeinen Chaos in ganz Deutschland- der allererste Vernichtungskrieg in der Geschichte der Menschheit.

        Armut und Hunger
In den 70er Jahren des 16. Jahrunderts ereignet sich das, was wir heute allgemein als die „kleine Eiszeit" bezeichen, ein nicht unerheblicher Klimaumschwung, der eisige Winter und feuchte Sommer zur Folge hat. Die daraus resultiernden Missernten wirken sich brutal auf die Bevölkerung aus. Geringe Ernteerträge führen in ganz Europa zu langanhaltenden Hungersnöten und schliesslich zu einer Verarmung der Zivilbevölkerung. Das Deutsche Reich wird besonders schwer getroffen, denn die „liberalen" Bedingungen die die Protestanten, seit der Unterzeichnung des Religionsfriedens, in Deutschland vorfinden, ziehen viele Einwanderer aus anderen Staaten an, und führen in den Jahren 1570 bis 1618 zu einem Anstieg der Bevölkerung von 15- auf 19 Millionen. Hohe Anteile des bürgerlichen Einkommens müssen für den Kauf von Grundnahrungsmitteln, wie Brot, Milch und Eiern,aufgewendet werden. Die damit ausbleibenden Mittel für andere Güter treiben viele Handwerker in den Ruin. Dagegen verhelfen die horrend steigenden Preise für Getreide den Grundherren, Großbauern, Müllern, Händlern und Bäckern zu immensem Reichtum- der Krater zwischen arm und reich vertieft sich zusehends.

Quelle: Uni-Karlsruhe.de
, Niederheim “ das verschwundene Dorf” -  Der dreißigjährige Krieg
Seit jeher wird von älteren Einwohnern unseres Dorfes erzählt, dass im Wiesengrund, den Fußwiesen am Fußborn, ein Dorf gestanden habe, das Niederheim gehießen habe und das im 30-jährigen Krieg zerstört worden sei. Ich unterhielt mich auch schon öfter mit einigen älteren Einwohner Himmighofens über das ehemalige Dorf Niederheim, nach deren Ansicht der Ort Niederheim ca 250-300 Meter unterhalb von Himmighofen gestanden habe.
Die wenigen überlebenden Bewohner hätten sich in Himmigbofen angesiedelt. Bei Nachforschungen über die Geschichte Himmighofens sind dann auch einige Daten über Niederheim zu Tage gekommen.
In der Urkunde, in der Himmighofen erstmals erwähnt wurde, steht auch:
Niederheim, Heinrich. (Heinrich von Niederumb). In Niederumb im Amt des Schultheißen von Bremberg werden 1526 im Feuerstättenverzeichnis der vierherrischen Orte noch zwei Haushalte (Haußgesäß) genannt, danach nur noch 1545 bei den Einwohnern von Himmighofen Morenß Hanß zu Niderheim (Wiesbaden 300 Nr. 2004). In einem Steuerregister von Himmighofen sind noch zwei Namen aufgeführt: Henrich von Niderumb, Erben und Closs von Niderumb.
Über das weitere Schicksal des Dorfes Niederheim ist nichts bekannt. Es hat aber sicher schon im 16. Jahrhundert nicht mehr bestanden, denn in der ersten Aufzählung der Dörfer und Huben im Amt Reichenberg von 1601 ist der Ort nicht aufgeführt. Den Aussagen von Sponheimer (5. 245) zur Wüstung Niederheim bei Himmigbofen ist der Ort nicht zu lokalisieren.
Aus der Abschrift der Urkunde vom 20/10 Augusti anno 1666, steht geschrieben:
Der zweitbestellte Schultheiß von Himmigbofen, Johann Daniel Werner, Adam Weygand, Gerichtsschöffe, Hanß Peter Bettendorf, Hanß Tönges Maus, Hanß Adam Friederich, Nicolaus Georg, Hanß Werner Bonn, Johann Weygand, Jacob Zöller, haben beurkundet: Hahnen so geliefert werden. ( Hahnenzehnten )
Nachfolgende Personen weilen selbige zu Niederheim mit Gärten begüthert seynd, müssen jährlich Hahnen geben. Es folgen Namen von Einwohnern aus Himmigbofen, Kasdorf, Pissighofen, Nochern, Weyer, Eschbach, Gemmerich und Trierischer Hof. In einer weiteren Urkunde von 1681 sind die Herren von Sohlern mit dem Niederheimer ,,Zehnten“ belehnt worden.
In dieser Urkunde sind alle Grundstücke, die zum Niederheimer Zehnten gehören aufgelistet. Es sind sehr viele Acker, Wiesen und Gärten, die sich auf die Gemarkungen von Himmighofen, Kasdorf und Pissighofen verteilen. Sie liegen auch nicht zusammenhängend, sondern sind in der ganzen Gemarkung verstreut. Die Familie von Sohlern, deren Erben, der Fürst von Metternich hatten diese Lehen bis zum Jahr 1813. Die Suche in den Stockbüchern der Gemeinde Himmigbofen, in denen evtl. über die Auflösung der Zehnten etwas geschrieben wurde, verlief erfolglos.
Ob der Ort Niederheim eine eigene Gemarkung hatte ist anhand der verstreut liegenden Grundstücke unwahrscheinlich. Die Grenzen der Gemarkung Himmighofen sind seit den ersten Beschreibungen unverändert.
Die ehemalige Schule der Ortsgemeinde Himmighofen.

Die Geschichte der Schule geht zurück auf das Jahr 1733 und ist eng mit der Kirche verknüpft.
Die älteste im Hessischen Staatsarchiv in Wiesbaden aufbewahrte und Mitteilungen über die Schule enthaltende Urkunde, bildet eine Pfarrechnung von 1733, aus der hervorgeht, daß das Prediger- und Schullehreramt organisch miteinander verbunden war. In der Urkunde steht auch, daß Himmighofen von ,,unendlichen Zeiten ein Schul ohne Filial hatte.“ Für den Schuldienst erhielt der Pfarrer zusätzlich an Besoldung: Im Winterhalbjahr 30 Kreuzer, im Sommerhalbjahr 15 Kreuzer und ein Karren Holz, für jedes Kind. Zu der Zeit gingen 28 Kinder in die Schule. Für Leichengesang eines Erwachsenen 20 Kreuzer und 4 Weck, bei einem Kind 20 Kreuzer.

Als im Jahr 1788 der damalige Pfarrer beim Konsistorium den Antrag stellte, einen besonderen Schuldiener (Lehrer) anzustellen, legte die Gemeinde entrüstet Widerspruch ein. Aus einem dicken Packen Schriften geht hervor, daß der Schultheiß und die Schäften beim Konsistorium vorsprachen und anhand von Vermögensaufstellungen der Dorfbewohner nachweisen wollten, daß die Gemeinde keinen zusätzlichen Schullehrer besolden könne. Die Gemeinde wurde aber gezwungen einen Lehrer anzustellen und solange keine Schule gebaut sei, dem Lehrer ,,eine schickliche‘ Wohnung zu beschaffen und ein Haus zu mieten, in dem der Unterricht erteilt werden kann. Die Stelle wurde mit dem Lehrer Johannes Heinrich Kröck besetzt. An Besoldung wurde vorgesehen: Von jedem Gemeindeglied 2 Simmer Korn, von jedem Schulkind 40 Kreuzer und ein Karren Holz. Drei Morgen Gemeindetrischer als Ackerland und 219 Ruten Wiesen, von jedem Ausmärker eine Garbe aus dem Kornfeld, an Akzidenzien (Sonderzahlungen) bei Hochzeiten 30, bei Kindtaufe 10, bei Beerdigung eines Erwachsenen 30 und bei Beerdigung eines Kindes 20 Kreuzer.

Die Gemeinde Himmighofen verweigerte dem Lehrer das Ackerland und auch die Wiesen. Lehrer Kröck verklagte die Gemeinde auf Herausgabe des Feldes und er bekam sie auch vom Gericht zugesprochen. Der Lehrer klagte auch gegen Gemeindebewohner die ihm das Schulgeld nicht zahlten. In einem Brief heißt es: Der Schulmeister zu Himmighofen hat dem Anschein nach ein hitziges Temperament, denn kaum ist er angestellt, so klagt er gegen die ganze Gemeinde und damit auch zugleich auf die unverschämteste Weise gegen unschuldige Eltern. Erst 1792 entschloß man sich, ,,auf strengen Befehl“ zum Neubau einer Schule. Das Schulhaus war so klein, daß das Schulzimmer zugleich das Wohnzimmer des Lehrers bilden mußte.

Für den Lehrer wurde es erst besser als 1810 dem amtierenden Pfarrer Wagner die Pfarrstelle zu Niederwallmenach zugewiesen wurde. Auf Antrag wurde dem Lehrer das Pfarrhaus zur Wohnung angewiesen, nicht zuletzt aus dem Grund, daß der Pfarrer ein Absteige- und Wärmequartier habe. Denn der mußte die Pfarrei Himmighofen von Niederwallmenach aus mitversorgen. Die Lehrgegenstände betrafen Lesen, Religion und etwas Schreiben und Rechnen. An Lehrbüchern hatten die Kinder Bibel, Gesangbuch und Luthers Kateschismus. Methodisch wurde bei dem Unterricht nicht verfahren. Die Schulstunden lagen von 7 bis 10 Uhr vormittags und von 12 bis 3 Uhr nachmittags. Mittwochs und samstags nur von 7 bis 10 Uhr. Die Schule dauerte den Winter über bis in die Woche nach Ostern. Dann nahm die Sommerschule mit 9 Stunden in der Woche ihren Anfang und endigte mit dem Johannistag (29. September). Eine neue Epoche für die Schulen begann, nachdem das Land zum Herzogtum Nassau wechselte, mit einem grundlegenden Edikt vom 24.3.1817. Die Schulbezirke wurden neu gebildet, die Lehrgegenstände genau bestimmt, eine Schulordnung abgefaßt und die Schulen unter Aufsicht von Schulinspektoren gestellt. Es erfolgte auch eine Besserstellung der Lehrer. Das Stelleneinkommen zu Himmighofen wurde wie folgt festgesetzt: Feste Besoldung 190 Gulden, freie Wohnung 20 Gulden, Schulland 30 Gulden und als Glöckner 68 Gulden. Zusammen 308 Gulden.

Im Zusammenhang mit der Schulorganisation wurde das seither zu Ruppertshofen gehörende Casdorf mit der Schule zu Himmighofen vereinigt. Die Schülerzahl schwankte in den folgenden Jahren zwischen 65 und 100 Kindern. Die Verbindung bestand bis zum Jahr 1860, als die Gemeinde Casdorf die Erlaubnis zur Einrichtung einer eigenen Schule erhielt. Nachdem man 1861 eine Schulscheune gebaut hatte, war auch das alte Schulhaus baufällig geworden und man beschloß eine neue Schule zu bauen. Der Grundstein wurde am 22.7.1867 gelegt. Durch einen großen Schulsaal, eine größere Lehrerwohnung und einen Gemeindesaal, bedeutete das eine nicht zu unterschätzende Verbesserung. Am 6.10.1868 nach dem Nachmittagsunterricht, erfolgte der Umzug in die neue Schule. Der Schulsaal war ein großer heller Raum, der die gesamte Breite des Schulgebäudes einnahm. In zwei Reihen standen die Bänke, die durch einen Mittelgang getrennt waren. Auf der einen Seite saßen die Mädchen auf der anderen die Buben. An der Stirnseite stand die große Tafel, die man umdrehen konnte. Auf der einen Seite zum Schreiben, auf der anderen zum Rechnen. Auch die Rechenmaschine mit den verschiebbaren Kugeln stand dort. In der Mitte hing entweder die Karte vom Kreis St. Goarshausen, oder nach Bedarf die Deutschland, die Weltkarte, bzw. die nördliche und südliche Halbkugelkarte. 1936 wurde das Schulhaus außen und innen renoviert.

Im Schulsaal wurden die Schreibpulte mit den starren Sitzen, gegen Pulte für drei Kinder mit Klappsitzen ausgetauscht, sodaß die Kinder beim Aufstehen nicht mehr aus der Bank herauszutreten brauchten. In den Jahren besuchten zwischen 40 und 50 Kinder die Schule.

Gegen Ende des II. Weltkrieges kamen ausgebombte und evakuierte Familien aus den Städten mit ihren Kindern nach Himmighofen. Die Schülerzahl stieg bis auf 70 Kinder. Durch zusätzlich aufgestellte Bänke, wurde der Raum eng. Nach Ende des Krieges kamen viele Flüchtlingsfamilien in unser Dorf, deren Kinder nicht nur die Schule, sondern auch mit ihren Familien die Häuser überfüllten. Es wurde damals eng zusammengerückt, um alle unterzubringen.

Ausgangs der füntziger Jahre hat die Gemeinde die Schulscheune umgebaut und im Obergeschoss einen weiteren Schulsaal eingerichtet. Im Erdgeschoß eine Tailettenanlage und für den Lehrer eine Garage. 72 Kinder gingen in die Schule. In dem neuen Schulsaal unterrichtete eine Lehrerin die Kinder der Unterstufe, im alten Schulsaal der Lehrer die Kinder der Oberstufe.

1967 wurden im Land die Zwergschulen, wie die meist einklassigen Schulen auf dem Land genannt wurden, aufgelöst. So auch die Schule zu Himmighofen. Seitdem werden die Kinder mit Schulbussen in die Mittelpunktschule des Schulverbandes Miehlen gefahren. Nach Gründung der Verbandsgemeinde wurde in Nastätten ein Schulgebäude für eine Haupt- und Realschule gebaut. Danach wurde die Schule in Miehlen nur noch Grundschule, die die Kinder aus der ganzen Verbandsgemeinde besuchten. Nach Nastätten fuhren dann alle Kinder der Klassen 5 bis 9 oder zur Realschule.

1977 wurde das Schulgebäude in Himmighofen abgerissen und an dessen Stelle das Dortgemeinschaftshaus gebaut. Damit ging die mehr als 250 jährige Geschichte der Schule von Himmighofen zu Ende

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